Papier und Zellstoff

Die Papier- und Zellstoffproduktion der heimischen Unternehmen ist gekennzeichnet von hoher Wertschöpfung, höchstem Umweltstandard und dem Einsatz erneuerbarer Ressourcen.

Mit Gunst von wegen's Handwerk“ - mit dem seit Generationen überlieferten Papiermacherspruch lässt sich die lange Tradition der österreichischen Papiererzeugung andeuten. Die Papier- und Zellstoffindustrie gehört zu den wichtigsten und renommiertesten Branchen im Lande und hat aufgrund des Wasser- und Holzreichtums eine bewährte Tradition. Bereits im 14. Jahrhundert wurde die erste Papiermühle im niederösterreichischen Leesdorf bei Baden gegründet und im 16.Jahrhundert war die Papiererzeugung in ganz Österreich verbreitet. Als wichtiger Bestandteil der 'Wertschöpfungskette Holz' (siehe Holz und Holzindustrie) stärkt die die österreichische Papier- und Zellstoffindustrie nicht nur durch ihre Standorte den ländlichen Raum, sie erzeugt eine Vielzahl nützlicher Produkte des täglichen Bedarfs. Das Ausgangsmaterial Papier produziert lebensnotwendige Güter und sorgt für die Versorgung gesellschaftlich unentbehrlicher Produkte für Kommunikation, Kultur, Hygiene, Reinigung und Verpackung. Mit einem etablierten Sammel- und Verwertungssystem, in Kombination mit einer hohen Bereitschaft der Österreicher zur Trennung von Altpapier, lebt die österreichische Papierindustrie das Prinzip der Nachhaltigkeit und leistet einen hohen Beitrag zur Außenhandelsbilanz.

Österreich: Zahlen, Daten, Fakten

Die Herstellung von Papier, Karton und Pappe ist ein unverzichtbarer Teil der österreichischen Industriestrukur und hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Nach statistischen Erhebungen (Statistik Austria) gehört die Produktion von Papier, Pappe und der daraus hergestellten Waren, gemessen am Produktionswert, zu den größten Branchen im Sachgüterbereich. Neben Zeitungsdruckpapier, Druck-, Schreib- und Spezialpapiere zählt auch die Herstellung von Faltschachtelkarton sowie Wickel- und Spezialpappe zum Papier- und Zellstoffsektor. Eurpoaweit werden rund 100 Millionen Tonnen Papier hergestellt, davon hält die Alpenrepublik mehr als fünf Millionen Tonnen des europäischen Produktionsvolumens. Der Beschäftigungsanteil von über acht Tausend Mitarbeitern in mehr als 30 Papier- und Zellstofffabriken bildet ein wesentliches Stärkefeld des heimischen Wirtschafts- und Sozialsystems. Im regionalen Spitzenfeld bewegen sich vor allem die Bundesländer Steiermark und Oberösterreich. Im Jahr 2010 legte die Papierproduktion um 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert zu, sodass der Branchenjahresumsatz ein Plus von rund 17 Prozent (vgl. Austropapier, Jahresbericht/Nachhaltigkeitsbericht 2010) verbuchen konnte. Die Zahlen bestätigen die Rolle der Papierindustrie als einen der wichtigsten Arbeit- und Impulsgeber der Nation und zeigen, dass sich die österreichische Papier- und Zellstoffindustrie am Weltmarkt behaupten kann - mitunter zu den absoluten Global Playern gehört.

International im Spitzenfeld

Mit idealen Standortvoraussetzungen - seinen natürlichen Wasservorkommen, dem Waldreichtum und hervorragend ausgebildeten Fachkräften - kann der Standort Österreich kompetitiv auftreten und hat sich mit modernster, innovativer Technik sowie nachhaltigem, ökologischem Wirtschaften eine weltweit führende Position aufgebaut. Das Spektrum der angebotenen Produkte bewegt sich auf weltweit höchstem Qualitätsniveau, welches durch kontinuierliche Optimierungen der Produktionsprozesse und laufend aktuellen wissenschaftlichen Forschungen in der Produktentwicklung stets verbessert wird. Am Umsatz gemessen kann die österreichische Papierindustrie mit der Stahl- bzw. Eisenindustrie verglichen werden und zählt zu den wichtigsten Aktivposten des österreichischen Außenhandels. Bemerkenswert ist hierbei die Exportquote von fast 90 Prozent, welche die heimische Außenhandelsbilanz mit über 3 Mrd. Euro stärkt. International liegt Österreich im absoluten Spitzenfeld der Papier- und Zellstoffexporteure und die Nachfrage nach österreichischen Produkten steigt stetig an. Die Bundesrepublik Deutschland stellt mit Abstand den größten Absatzmarkt, gefolgt von Italien, Polen und Frankreich (vgl. CEPI, Annual Report). Mit Produkten höchster Qualität und wettbewerbsfähigen Preisen wird die österreichische Papier- und Zellstoffbranche auch zukünftig bemerkenswerte Erfolge „jenseits der Grenzen“ feiern können.

Die Papier- und Zellstoffproduktion der heimischen Unternehmen ist gekennzeichnet von hoher Wertschöpfung, höchstem Umweltstandard und dem Einsatz erneuerbarer Ressourcen. Das Leitbild ökologischer Wirtschaftsweise der österreichischen Papierindustrie ist ein wesentlicher Beitrag zur weltweiten Nachhaltigkeit!

(Mag. Sandra Hollersbacher)