Nahrungsmittel und Getränke

Gemessen am Anteil der ökologischen Anbaufläche an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche ist Österreich weltweit führend im Bio-Landbau. Basis für den Wettbewerbsvorteil: Gutes Image, Lebensmittelsicherheit, exzellente Qualität der Rohstoffe.

Österreichische Lebensmittel erfreuen sich weltweit an großer Beliebtheit. Der Grund: Spitzenqualität der Rohstoffe und im gesamten Produktspektrum sowie ein von jeher traditionsbewusster, nachhaltiger Umgang mit Nahrungsmittel! Diese Qualitätsausrichtung der heimischen Lebensmittelindustrie, gebündelt mit Innovationen in den Herstellungsverfahren, bilden die Basis für den überaus guten Ruf österreichischer Lebensmittel auf der ganzen Welt.

Wertschöpfungskette Lebensmittel

Die Lebensmittelwirtschaft stellt einen wesentlichen Bereich in der österreichischen Volkswirtschaft und trägt mit rund 12% zum BSP (Bruttosozialprodukt) bei. Ungefähr jeder sechste Österreicher ist im Wirtschaftsbereich Lebensmittel tätig, die Lebensmittelindustrie selbst zählt ca. 27.000 Beschäftigte. Als einer der größten Sektoren der österreichischen Wirtschaft umfasst die Lebensmittelindustrie mehr als 30 Teil- und Nebenbranchen. Gemessen am Umsatz gehören die Brauindustrie und die nicht-alkoholische Erfrischungsgetränkeindustrie zu den Wichtigsten. Aber auch die Fleischwaren-, die Süßwaren- und die Fruchtsaftindustrie können zu den umsatzstärksten Branchen in diesem Industriesektor gezählt werden. Weltweit geriet die Lebensmittelindustrie im Jahr 2008, aufgrund der Weltwirtschaftskrise, ins Wanken – die österreichische Lebensmittelbranche hat diese Krise nicht nur gut gemeistert und sich stabil gehalten – die Lebensmittel- und Getränkeindustrie boomt: und zwar weltweit! Als Zugpferd hat sich nach aktuellen Ergebnissen die Warengruppen „Milch und Milchprodukte“ sowie der Exportschlager „Käse“ erwiesen. Im Bundesländervergleich dieser Warengruppen ist Oberösterreich an erster Stelle der Käseproduktion, gefolgt von der Steiermark und Salzburg. Im Bereich Butter und Trinkmilch nehmen die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland unangefochten die Spitzenposition ein. Das Duo kommt gemeinsam auf einen Produktionsanteil von fast 50 Prozent im Segment „Trinkmilch und Butter“.

Weltweit führend im Bio-Landbau

Mit einer Anzahl von rund 21.000 Biobetrieben im Jahr 2009 und einem Anteil der ökologischen Anbaufläche an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 18,5 Prozent (Eurostat 2011) ist Österreich unangefochten die Nummer 1 weltweit! Auf europäischer Ebene bewegen sich Schweden (12,8 Prozent), Estland (11,0 %) und die Tschechische Republik (10,6 %) ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich – der geschätzte EU27-Durchschnitt liegt sogar bei nur 4,7 Prozent Bioanbaufläche, gemessen an der landwirtschaftlichen Fläche welche insgesamt genutzt wird. Nicht nur die Anzahl der Biobetriebe steigt kontinuierlich an, der heimische Markt für Biolebensmittel stieg im Jahr 2009 auf etwa 984 Mio. EUR an, was eine Steigerung von rund 6,4 Prozent gegenüber dem Jahr vorher bedeutet.

Lebensmittelexport auf Rekordkurs

Der Lebensmittelaußenhandel erzielte im Jahr 2010 anteilsmäßig ungefähr acht Prozent am gesamten Außenhandelsvolumen der österreichischen Wirtschaft. Insgesamt gingen Waren im Wert von fast acht Mrd. Euro (7,7 Mrd. Euro; Statistik Austria) in den Export, wobei die Europäische Union der wichtigste Handelspartner ist. Deutschland erweist sich dabei stabil als größter Abnehmer österreichischer Lebensmittel. An zweiter Stelle der Exportdestinationen positioniert sich das südliche Nachbarland Italien, gefolgt von Ungarn. Speziell auf den Märkten der 'neuen' EU-Nationen, wie Slowenien und Tschechien können erhebliche Mehrexporte festgemacht werden. Österreichische Qualität ist aber auch jenseits der europäischen Grenze gefragt. Ein kräftiges Absatzplus wird auf dem Überseemarkt diagnostiziert, wobei die USA mit Abstand der größte Importeur österreichischer Lebensmittel ist. Wichtigste Umsatzpfeiler auf dem US-Markt bilden Energy-Drinks, Wein, Schokolade und Käse.

Jüngste Ereignisse, wie die Katastrophe in Japan oder der „Dioxin-Skandal“ in Deutschland sorgten für Verunsicherung bei Verbraucher. Umso mehr ist „rot-weiß-rote“ Qualität gefragt, denn Sicherheit beim Kauf von Lebensmittel bietet dem Konsumenten die österreichische Qualitätsgarantie! Aktuelle Zahlen des Jahres 2011 zeigen, dass die Lebensmittel- und Getränkeindustrie im Exportbereich zum „Höhenflug“ ansetzt. Als Basis für den globalen Wettbewerbsvorteil und internationalen Exporterfolg sind das einzigartig gute österreichische Image, die Akkuratesse der Lebensmittelsicherheit, hoher technischer Standard sowie exzellente Qualität der Rohstoffe. Mit Innovationen in der Lebensmittelproduktion, gepaart mit Traditionsbewusstsein im Nahrungsmittelumgang wird sich Österreich weiterhin erfolgreich der „Herausforderung“ qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel und Getränke in einer sich immer mehr ausdifferenzierenden globalen Lebensmittelbranche stellen können!

(Mag. Sandra Hollersbacher)