Kroatien: Steuerreform seit 1. Jänner 2017 wirksam

Neues Regelwerk umfasst Änderungen bei Gewinnsteuer, Einkommenssteuer, Sozialabgaben, Umsatzsteuer und Grunderwerbssteuer.

Im Dezember 2017 wurde nach kurzer Diskussion der Vorschlag zur umfassenden Steuerreform vom kroatischen Parlament angenommen. Die Mehrheit der neuen Bestimmungen ist nunmehr in Kraft. Die Reform soll höhere Einkommen für die meisten kroatischen Arbeitnehmer bringen und die Steuerlast von Unternehmen reduzieren. Die Vereinfachung des Steuersystems soll auch den Verwaltungsaufwand für Unternehmen senken und letztlich zur Belebung der Binnennachfrage führen.

Die wichtigsten Details

  • Körperschaftsteuer: Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 20 Prozent auf 18 Prozent  beziehungsweise  auf 12 Prozent für Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 3.000.000 HRK (ca. 400.000 EUR).
  • Einkommenssteuer: Der steuerfreie monatliche Grundfreibetrag wird für alle Steuerpflichtigen auf 3.800 Kuna (rund 507 Euro) angehoben. Die drei bisherigen Steuersätze in der Höhe von 12 Prozent, 25 Prozent  und 40 Prozent  werden durch lediglich zwei Sätze von 24 Prozent und 36 Prozent ersetzt. Einnahmen aus anderen Einkommensquellen bis zu einem jährlichen Einkommen in Höhe von 12.500 Kuna (rund  1.667 Euro) unterliegen einem Steuersatz in der Höhe von 24 Prozent.
  • Umsatzsteuer: Die Änderungen im Umsatzsteuergesetz treten nur teilweise bereits ab 2017 in Kraft. Kroatien hat derzeit mit 25 Prozent den zweithöchsten Mehrwertsteuerregelsatz in der EU. Die Steuerreform bringt ab 2017 eine Erhöhung der USt von 13 Prozent auf 25 Prozent für Restaurant- und Cateringdienstleistungen (Allerdings nicht, wenn diese in Zusammenhang mit Frühstücks, Halb- oder Vollpension angeboten werden).

Der ermäßigte USt-Satz von 13 Prozent gilt für Lieferungen von elektrischer Energie, Kindersitze, Produkte für die landwirtschaftliche Erzeugung (Samen, Saatgut, Düngemittel, Futtermittel und Pflanzenschutzmittel), Urnen, Särge, sowie die öffentliche Entsorgung von kommunalem Abfall.

  • Grunderwerbsteuer: Neu ist die Abschaffung der Steuerbefreiung von der Grunderwerbsteuer für den Erwerb der ersten Immobilie (Eigentumswohnung), sowie die Minderung des Grunderwerbsteuersatzes von 5 Prozent auf 4 Prozent.

Darüber hinaus kommt es auch zu Änderungen bei den Sozialabgaben, bei den Steuern und Gebühren an die Einheiten der lokalen Selbstverwaltung sowie im allgemeinen Steuergesetz.

Weitere Infos stellt das AußenwirtschaftsCenter Zagreb via Mail oder unter der Telefonnummer 0038/5 1 4881 900 zur Verfügung.

 


AutorIn: