Neue Entsendungsregeln von Arbeitnehmern nach Italien

Seit dem Sommer 2016 gelten in Italien im Bereich der Entsendung neue Vorschriften. Die praktische Umsetzung ist allerdings noch nicht bis ins Detail geklärt und es gibt laufend Änderungen. Die WKÖ empfiehlt, sich vor einer Entsendung beim AußenwirtschaftsCenter Padua (Infos unter: padua@wko.at) zu melden.

Im Juli 2016 ist in Italien das Legislativdekret 136/2016 in Kraft getretenen, das die europäische Durchsetzungsrichtlinie 2014/67/EU zur Entsendung umsetzt. Betroffen von der neuen Entsendungsgesetzgebung sind Unternehmen mit Sitz in einem anderen EU-Mitgliedsstaat, die Arbeitnehmer nach Italien entsenden, Personalleasingagenturen und, laut derzeitigem Stand, Kabotagefahrten im Transportwesen.

Neue Verpflichtungen

Das Dekret enthält unter anderem neue Verpflichtungen für das entsendende Unternehmen, die folgende Bereiche betreffen: Meldeverfahren für Entsendungen, Bereitstellung von Unterlagen, Ernennung von Ansprechpersonen.

Laut Dekret muss vor Beginn der Entsendung eine Entsendungsmeldung an das italienische Arbeits- und Sozialministerium übermittelt werden. Ein Vordruck für die Meldung sowie eine Ausfüllanleitung (nur in italienischer Sprache) stehen auf der Homepage des italienische Arbeits- und Sozialministeriums zur Verfügung. Desweiteren hat das entsendende Unternehmen die Pflicht, eine Reihe von Unterlagen in italienischer Sprache während der Entsendung und in den zwei auf das Ende der Entsendung folgenden Jahren bereitzuhalten. Dazu gehören Arbeitsverträge, Lohnabrechnungen, Arbeitszeitnachweise, Belege über die Lohnauszahlung, Anmeldung der Arbeitnehmer bei den zuständigen Behörden oder A1-Formulare.

Schließlich ist eine Ansprechperson mit Anschrift in Italien zu ernennen, die Dokumente entgegennehmen und versenden kann, sowie ein Unternehmensvertreter mit dem die lokalen Gewerkschaften, etwa bei Betriebsabkommen, verhandeln können. Bei Nichtbeachtung der Bestimmungen drohen Geldstrafen.


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