Metalle und -Verarbeitung

Als Innovationsführer in der weltweiten Metallbearbeitung nimmt Österreich mit Verfahren wie COREX und dem Linz-Donawitz-Verfahren eine Vorreiterrolle ein. Heimische Unternehmen feiern bemerkenswerte internationale Erfolge.

Metalle, allen voran Stahl oder Aluminium, zählen zu den Grundwerkstoffen schlechthin in unserer modernen Industriegesellschaft. Österreich blickt auf eine lange Tradition in der Metallerzeugung und -verarbeitung zurück und ist ein weltweit angesehener Partner in Sachen Metallwaren.

Die Wurzeln dieser Traditionsbranche in unserem Lande finden sich in den Eisenerzer Alpen – seit dem 11. Jahrhundert wird hier Eisenerz abgebaut. Am nordsteirischen Erzberg, im Volksmund auch bekannt als Steirischer Brotlaib, findet sich die größte Sideritlagerstätte der Welt und zudem der größte Tagebau Mitteleuropas. Nicht nur die Erfahrung im bergmännischen Abbau, auch das in Österreich historisch gewachsene Wirtschaften mit Metallen sind bis heute Grundstein einer der ökonomisch wichtigsten Industriezweige des Landes. Der Sektor „Metalle und Metallverarbeitung“ ist eine Teilbranche der „Maschinen- und Metallwarenindustrie“ und wird in dieser statistisch erfasst. Die Metallindustrie ist eine produktionsintensive sowie innovationsfreudige Branche und trägt mit ihrer Innovationskraft wesentlich zum internationalen Erfolg Österreichs bei. Als Wirtschaftsmotor stärkt sie signifikant Wertschöpfung und Beschäftigung und somit den gesamten Wirtschaftsstandort Österreich.

Das breite Einsatzspektrum des Werkstoffes Metall spiegelt sich auch in einer breiten Produktpalette der heimischen Metallbranche wider. Von Guss- und Walzprodukten aus Stahl oder Aluminium, über Metallkonstruktionen, Werkzeuge, Schienen bis zu Blech für die Automobilindustrie – Metallwaren auf höchstem Qualitätsstandard sind das Markenzeichen der heimischen Metallindustrie.

Als Innovationsführer in der weltweiten Metallbearbeitung nimmt Österreich mit Verfahren wie COREX (Schmelzreduktionsanlagen) und dem „LD-Prozess“ (Linz-Donawitz-Verfahren) eine Vorreiterrolle ein. Mit Blick auf die aktuelle österreichische Leistungs- und Strukturstatistik liegt das Bundesland Oberösterreich, vor Niederösterreich und der Steiermark, mit nahezu 880 Betrieben im Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung sowie Herstellung von Metallwaren an der Spitze. Die Industriestruktur des Bundeslandes Oberösterreich sowie die langjährige Tradition der oberösterreichischen Metallurgie machen das Bundesland „ob der Enns“ auch zum Exportmeister in Sachen Metalle.

Trotz steigender Rohstoffpreise auf Höhenflug

Die heimischen Metaller entwickeln und produzieren für den Weltmarkt. Mit einer Exportquote von über 70 Prozent gehören sie zu den Eckpfeilern des österreichischen Außenhandels. Trotz der Wirtschaftskrise und ständig ansteigenden Rohstoffpreisen (vor allem der rapide Anstieg der Schrottpreise) feiern die Unternehmen der Metallbranche bemerkenswerte internationale Erfolge. Mit hoher Flexibilität und Qualitätsbewusstsein sowie Produktionsverfahren auf neuestem Stand der Technik setzen die österreichischen Metallunternehmen internationale Benchmarks. Gefragt sind vor allem Spezialgusserzeugnisse wie Walzen, Druckrohre oder Alu-Leichtbauteile und -Bleche für die Automobilindustrie, welche die rund 50 industriellen Gießereien in Österreich weltweit erfolgreich vermarkten. Mit einem Exportanteil von 5,5 % am gesamten österreichischen Außenhandel und einer Handelsbilanz von über 650 Mio. Euro in der Sparte „Metallerzeugnisse“ im 1. Halbjahr 2011 sind die Metaller weiterhin ein Aushängeschild der österreichischen Wirtschaft. Ein Exportplus gegenüber den Vorjahreszahlen ist in allen Wirtschaftsblöcken zu verzeichnen. Die Europäische Union erweist sich als wichtigster Abnehmer österreichischer Metallprodukte. Aber auch das kleine Nachbarland Schweiz und der Riese aus Übersee, die USA, erweisen sich als wichtige Außenhandelspartner und importieren zunehmend Qualitätserzeugnisse aus der Alpenrepublik. (vgl. Statistik Austria; Österreichischer Außenhandel; 1. HJ. 2011; Stand Sept. 2011)

Die Traditionsbranche mit ihrer hohen Innovationskraft und Topprodukten steht für Exportorientierung und höchstem Qualitätsstandard. Kontinuierliche Forschung und Entwicklung implizieren noch mehr Zuverlässigkeit, Effizienzsteigerung und Qualität auf gewohnt hohem Niveau und sind auch in Zukunft Erfolgsgarant für die Beliebtheit österreichischer Metallerzeugnisse.

(Mag. Sandra Hollersbacher)