Kunststoffe

Auf dem Weltmarkt punktet die österreichische Kunststoffindustrie vor allem mit Konkurrenzfähigkeit und Zuverlässigkeit. Wesentliche Stärke des Standortes Österreich ist traditionell die hohe Qualität der Produkte.

Einst als Ersatz von Elfenbein verwendet, sind Waren aus Kunststoff in der heutigen Zeit nicht mehr Wegzudenken. Das Anwendungs- und Einsatzspektrum von Kunststoffen ist äußerst vielfältig und reicht von Haushaltswaren, wie der Zahnpastatube, über den Einsatz in der Bau- und KFZ-Branche bis hin zu medizinischen Produkten. Kunststoff ist ein Material mit enormen Zukunftspotenzial. Am großen Erfolg dieses Werkstoffes leistet Österreich mit wissenschaftlicher Erfahrung und Qualitätsprodukten in Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen einen erheblichen Beitrag!

Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden in Österreich die ersten Unternehmen, die sich mit der Verarbeitung von Kunststoff beschäftigten. Heute zählt die österreichische Kunststoffbranche rund 530 Unternehmen, die mehr als 25.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die klein- und mittelbetrieblich strukturierte Branche setzte im Jahr 2010 in den Bereichen Herstellung und Verarbeitung Produkte mit einem Wert von 6,7 Mrd. Euro ab, die Kunststoffverarbeiter und -erzeuger halten somit ca. 5 % an der gesamten Industrieproduktion. Hergestellt werden nicht nur Kunststoffrohstoffe und -waren, auch Hilfsstoffe (wie Farbpasten oder Füllstoffe) für die Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen werden in Österreich hergestellt. Allein in der Kunststofferzeugung beläuft sich der Umsatz auf ca. 2,4 Mrd. Euro, wobei davon rund 1,6 Mrd. Euro in die Ausfuhr gehen. Gesamt setzt die Branche jährlich rund 2,6 Mrd. Euro an Kunststoffwaren im Export ab, was einer Außenhandelsquote von ca. 33 % bedeutet. Oberösterreich und Niederösterreich gelten als Zentren der im Kunststoffsektor, das Duett erwirtschaftet den Großteil des österreichischen Produktionswertes und ist Hauptarbeitgeber, mit mehr als der Hälfte der Branchenbeschäftigten. (Zahlen: Statistik Austria; FCIO; Eurostat 2011).

Exportfähige Produkte und Konkurrenzfähigkeit

Die Wirtschaftskrise hat vor allem die weltweite Kunststoffbranche hart getroffen, doch mit Blick auf die Zahlen der österreichischen Branchenkonjunktur ist steigender Optimismus angebracht. Die Wirtschaftslage im Kunststoffsektor hat sich gefestigt, sowohl in der industrienahen Kunststoffindustrie, als auch bei Gewerbeunternehmen innerhalb der Branche. Preisindikatoren signalisieren seit geraumer Zeit einen signifikanten Anstieg der Nachfrage. Auf dem Weltmarkt punktet die österreichische Kunststoffindustrie vor allem mit Konkurrenzfähigkeit und Zuverlässigkeit. Wesentliche Stärke des Standortes Österreich ist traditionell die hohe Qualität der Produkte. Die österreichische Kunststoffindustrie ist von jeher exportorientiert. Von den in Österreich erzeugten Kunststoffwaren gehen rund zwei Drittel in den Export. Als größter Außenhandelspartner erweist sich Deutschland, gefolgt von der Schweiz, Frankreich, Italien und der Tschechischen Republik. Aber auch jenseits der EU- bzw. europäischen -Handelsgrenze finden österreichische Kunststoffprodukte ihren Absatzmarkt. Nord-, Mittel- und Südamerika sowie der asiatische Raum importieren zunehmend Qualität aus Österreich.

Kunststoff aus Österreich garantiert nicht nur qualitativ höchsten internationalen Standard – die österreichischen Kunststoffproduzenten und -verarbeiter können vor allem durch nationale und internationale Kooperationen auf wissenschaftliche Erfahrung und innovative Produktionsverfahren zurückgreifen. Die traditionelle Marke „Österreich“ ist auch am Kunststoffweltmarkt hoch im Kurs!

(Mag. Sandra Hollersbacher)