Chemie und Pharma

Die Chemie- und Pharmaindustrie repräsentiert eine der zukunftsträchtigsten Branchen in Österreich. Generika sind in Österreich im Vormarsch und auch die Alternativmedizin hat ein durchaus positives Image.

Chemie- und Pharmaindustrie mit wachsendem Umsatz

Die Chemie- und Pharmaindustrie repräsentiert eine der zukunftsträchtigsten Branchen in Österreich (WIFO). Bei den österreichischen Pharmaunternehmen wird zwischen selbst produzierenden Arzneimittelherstellern, sog. Herstellern, bzw. Importeuren von Fertigarzneimitteln, sog. Depositeuren, unterschieden. Die Hälfte der heimischen Pharmafirmen sind Kleinunternehmen (+9 Mitarbeiter/-innen), der restliche Teil sind KMUs (+10 bis 250 Angestellte) bzw. Großunternehmen (+250 Arbeitnehmer/-innen) (Pharmig).

In Österreich waren 2010 27.736 Menschen in der Herstellung pharmazeutischer bzw. chemischer Erzeugnisse beschäftigt (HVSV). Die Statistik Austria beobachtete eine relativ stagnierende Beschäftigungszahl in den vergangenen Jahren. Der Gesamtumsatz betrug 2010 in der Chemieindustrie 6.205 Mio. Euro bzw. 3.464 Mio. Euro in der Pharmaindustrie (vgl. Statistik Austria).

Apotheken in Österreich

In Österreich wurden 2010 mehr als 2.259 Apotheken gezählt, wobei die größte Apothekendichte in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark herrscht (vgl. Österreichische Apothekenkammer 2011).

Generika im Vormarsch

Generika (kostengünstige Medikamente) sind in Österreich im Vormarsch und werden aus Sicht der Pharmaunternehmen von Krankenkassen, niedergelassenen Ärzten und Patienten unterschiedlich wahrgenommen und akzeptiert. So konnte die Salzburger Gebietskrankenkasse im Jahr 2010 durch die neue Medikamentenvereinbarung 4,4 Mio. Euro durch Preissenkungen bei nicht chefarztpflichtigen Medikamenten (Medikamente für Magenschutz, Herz-Kreislauf- und Nervensystem) verbuchen (vgl. Ärztekammer Salzburg 2011).

Chemie und Pharma punkten im Export 

Die österreichischen Ausfuhren betrugen bei pharmazeutischen Erzeugnissen 2009: 5.549 Mio. Euro und 2010: 6.229 Mio. Euro. bzw. bei chemischen Erzeugnissen 2009: 12.116 und 2010: 14.192 Mio. Euro. Die Exportquote lag 2010 bei chemischen Erzeugnissen bei 58,2 % bzw. 82,9 % hinsichtlich pharmazeutischer Erzeugnisse. Der Auslandsumsatz verzeichnete 2010 6.483 Mio. Euro in beiden Branchen (vgl. Statistik Austria).

Image im Ausland

Die Pharmabranche kümmert sich um das Wohl und die Gesundheit des Menschen. Demnach ist das Image positiv, gleichwohl zeigt sich das Umfeld auch skeptisch (PMCA). Ein durchaus positives Image erreicht Österreich in der Alternativmedizin durch heimische Präparate (Kräuter, Salben, Pflanzen). Aufgrund des noch immer sehr hohen Lobbyismus der Ärzte erleben kleine Pharmaunternehmen schwierige Zutrittsbarrieren und Abschwünge.

(Mag. Markus Pellischek-Wilsdorf)