Bau und Infrastruktur

Neue österreichische Technologien in der Infrastruktur, aber auch der Export von heimischem Know-how garantieren die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland und sichern Aufträge. Exportschlager: Die "New Austrian Tunneling Method".

Mit einer boomenden Infrastruktur wird die heimische Bauindustrie von unzähligen folgenden Wirtschaftszweigen erheblich symbiotisiert. Hierzu zählen u. a. die Telekommunikation, erfolgreiche österreichische Transport-, Speditions- und Logistikunternehmen, Taxi- und Personentransportunternehmen (Bahn-, Schiff- und Luftfahrt sowie Verkehrsbetriebe, Güterbeförderungsgewerbe, Seilbahnen, Autobusunternehmen u.v.m.).

Das heimische Bauwesen beschäftigte im Jahr 2010 189.042 Arbeitnehmer, was einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. In Österreich zählt die Bauindustrie zu den großen Profiteuren in der Industrieproduktion. Die abgesetzte Produktion beträgt mit einer leichten Schwankung 2008: 5,77 Mrd. Euro, 2009: 5,60 Mrd. Euro und 2010: 5,29 Mrd. Euro. Die abgesetzte Produktion verzeichnete 2010 5,29 Mrd. Euro. In der Bauindustrie konnten 2008: 28.279, 2009: 27.438 und 2010: 26.901 Beschäftigte gezählt werden (vgl. Statistik Austria).

Aufgrund des gut ausgelasteten Infrastruktursektors entwickelt sich die österreichische Bauwirtschaft besser als in Westeuropa. In den vergangenen Jahren hat sich das reale Bauvolumen jährlich um bis zu 2 % gesteigert. Dies wirkt sich auf das nominelle Bruttoinlandsprodukt für Bauwesen im Jahr 2010 mit 17,78 Mrd. Euro und einem realen BIP von -6,4 % zum Vorjahr mit -5,4 % aus (vgl. Statistik Austria).

Zweifelsohne sind Zentral- und Osteuropa die Zukunftsmärkte: „Bauen im Osten“ boomt. Als größtes heimisches Bauunternehmen erzielt die STRABAG 25 % ihres Umsatzes in EU-Ländern (STRABAG). Durch den freien Warenverkehr befindet sich die österreichische Bauwirtschaft inklusive Infrastruktur (Umwelt-, Energie- und Verkehrstechnologien) sowohl im In- als auch Ausland im Aufschwung. Österreich verfolgt wichtige Exportmärkte in der Bauindustrie, aber auch Infrastruktur. Das heimische Bauindustriegewerbe verzeichnet glanzvolle Exportchancen im Ausland. Neue österreichische Technologien in der Infrastruktur, aber auch der Export von heimischem Know-how garantieren die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland und sichern Aufträge. Zu den österreichischen Leitbetrieben zählen STRABAG, Porr, Alpine Bau GmbH, die maßgeblich im Ausbau der Verkehrsanbindungen in den EU-Ländern, z. B. durch EU-Förderprogramme, beteiligt sind. Zum österreichischen Exportsieger zählt Oberösterreich als führender Export-, Industrie- und Technologiestandort (vgl. WIFO 2010, www.wifo.at).

Abschwünge in der Investitionsbereitschaft des öffentlichen Sektors

Die heimische Bauwirtschaft hofft auf eine höhere Investitionsbereitschaft des öffentlichen Sektors. Kooperationen mit Mitbewerben sollen gegensteuern. Auch die Baustoffindustrie zeigt sich trotz eines Umsatzplus im ersten Halbjahr 2011 pessimistisch. Laut einer Umfrage geben 45 % der Mitglieder des Bau-Fachverbandes an, dass sich das Jahr 2011 noch schlechter entwickeln könnte als das Vorjahr. Auch im Tiefbau werden bis 2013 weitere Umsatzeinbußen erwartet. Die Erhöhung im Hoch- und Wohnbau wird schleppend prognostiziert, was auf die Verschiebung von Infrastrukturprojekten zurückzuführen ist (vgl. Bauzeitung 2011; www.diebauzeitung.at).

Positives Image im Ausland 

Die österreichische Bauindustrie genießt im Ausland einen hervorragenden Ruf und ist auf dem besten Weg, den Markt im Ausland konstruktiv mitzugestalten. Geschätzt werden das zukunftsorientierte technisch-innovative Know-how und ihre Performance.

Österreich konnte sich im Tunnelbau u.a. durch seine „New Austrian Tunneling Method“ (NATM) besonders erfolgreich im In- und Ausland positionieren. Diese Methode zeichnet sich durch eine enorme Vortriebsleistung von bis zu 20 m pro Tag und in ihrer Wirtschaftlichkeit aus.

(Mag. Markus Pellischek-Wilsdorf)